Ernteertrag berechnen

Wie viel am Ende übrig bleibt, hängt an vielen Dingen — die Lampe ist nur der stärkste davon. Deshalb zeigt der Rechner eine Spanne statt einer Wunschzahl. Kostenlos, ohne Anmeldung.

W

Entscheidend ist die tatsächliche Leistungsaufnahme, nicht die Zahl im Produktnamen — eine als „600 W" verkaufte LED zieht oft nur 100 bis 150 Watt. Wer mit der Werbezahl rechnet, erwartet das Vierfache dessen, was möglich ist.

168–240 g

0,7–1,0 g/W

Nassgewicht in Trockengewicht umrechnen

Frisch geerntete Blüten bestehen zu drei Vierteln aus Wasser. Was nach dem Trocknen übrig bleibt, ist die Zahl, die zählt.

g

Die Methode steht hier vor allem für die Geschwindigkeit: Was langsam trocknet, behält mehr Gewicht. Dichte Blüten verlieren weniger als lockere — bei Sativa-Sorten liegt das Ergebnis eher am unteren Rand.

~125 g

Was aus verschiedenen Lampen realistisch wird — Trockengewicht
Lampe Anfänger Fortgeschritten Erfahren
Kleines Zelt (60 × 60) 100 W 40–70 g 70–100 g 100–130 g
Mittleres Zelt (80 × 80) 240 W 96–168 g 168–240 g 240–312 g
Großes Zelt (100 × 100) 480 W 192–336 g 336–480 g 480–624 g

Alle Werte als Spanne, weil eine einzelne Zahl hier immer falsch wäre. Sorte, Topfgröße, Training und Klima verschieben das Ergebnis zusätzlich — nach oben wie nach unten.

Die Rechner liefern Orientierungswerte zur eigenen Einschätzung. Sie ersetzen keine Messung vor Ort und keine fachliche Beratung — Angaben ohne Gewähr.

Warum jede Ertragszahl eine Spanne ist

Die verbreitetste Kennzahl im Indoor-Anbau ist Gramm je Watt: Man teilt das Trockengewicht durch die Leistungsaufnahme der Lampe. 240 Gramm aus einer 240-Watt-Leuchte sind 1,0 g/W.

Das ist eine nützliche Größe zum Vergleichen eigener Durchgänge — aber ein schlechter Versprecher für die Zukunft. Die Werte, die man im Netz findet, reichen von 0,8 bis über 2,0 g/W, und beide Enden stimmen: für verschiedene Leute, verschiedene Sorten, verschiedene Räume. Wer daraus eine einzelne Zahl macht, rechnet nicht genauer, sondern nur selbstbewusster.

Deshalb gibt dieser Rechner eine Spanne aus. Anfänger landen realistisch bei 0,4 bis 0,7 g/W, Fortgeschrittene bei 0,7 bis 1,0, Erfahrene mit eingespieltem Setup bei 1,0 bis 1,3. Alles darüber ist ohne CO₂-Anreicherung und ohne durchoptimierte Technik unrealistisch — es gibt solche Ergebnisse, aber sie taugen nicht als Erwartung.

Der häufigste Rechenfehler: die falsche Wattzahl

Bevor irgendeine Ertragsformel greift, muss die Ausgangszahl stimmen — und genau da geht es meistens schief. Viele LED-Lampen werden mit einer Wattzahl beworben, die sie nie ziehen. Eine als „600 W" verkaufte Leuchte hat oft eine tatsächliche Leistungsaufnahme von 100 bis 150 Watt.

Wer mit der Werbezahl rechnet, erwartet bei 1,0 g/W plötzlich 600 Gramm, wo real vielleicht 130 möglich sind. Diese Enttäuschung ist hausgemacht und hat mit der Pflanze nichts zu tun.

Die richtige Zahl steht im Datenblatt, meist als „Power Draw" oder „Leistungsaufnahme". Fehlt sie, hilft ein Steckdosen-Energiemessgerät für unter zwanzig Euro — es beantwortet nebenbei auch die Frage nach den Stromkosten.

Was den Ertrag außer der Lampe bestimmt

Die Fläche. Eine Lampe kann nur beleuchten, was unter ihr steht. Wer 240 Watt über eine halb leere Fläche hängt, verschenkt die Hälfte. Umgekehrt bringt eine dicht bepflanzte Fläche mit gleichmäßigem Blätterdach deutlich mehr aus derselben Leuchte — deshalb ist Training (Netz, LST, Topping) der wirksamste kostenlose Hebel.

Die Vegetationszeit. Eine Pflanze, die vier Wochen vegetiert hat, hat schlicht weniger Ansätze als eine mit sechs. Das verschiebt den Ertrag stärker als die meisten Dünger.

Die Sorte. Zwischen einer kompakten Indica und einer luftigen Sativa liegen bei gleicher Pflege leicht dreißig Prozent Unterschied im Trockengewicht — und noch mehr im Verhältnis von Frisch- zu Trockengewicht.

Die Topfgröße. Als Faustregel gelten zwei bis drei Liter Substrat je 30 Zentimeter Endhöhe. Ein zu kleiner Topf deckelt die Pflanze, egal wie gut der Rest läuft.

Und Fehler kosten mehr als Technik bringt: Ein Schimmelbefall in der letzten Blütewoche oder zwei Wochen mit falschem pH machen jeden Lampenvorteil zunichte. Der zuverlässigste Weg zu mehr Ertrag ist, weniger schiefgehen zu lassen — und dafür muss man wissen, was man beim letzten Mal gemacht hat.

Frischgewicht ist nicht Ertrag

Direkt nach dem Schnitt wiegt die Ernte ein Vielfaches dessen, was am Ende im Glas landet: Frische Blüten bestehen zu 75 bis 80 Prozent aus Wasser. Aus 500 Gramm frisch werden also rund 110 bis 125 Gramm trocken — ein Verhältnis von etwa 4:1 bis 5:1.

Diese Zahl überrascht fast jeden beim ersten Grow, und sie ist der Grund, warum Ertragsangaben ohne Zusatz wertlos sind. Wenn jemand von „800 Gramm" spricht, ist die erste Frage: nass oder trocken?

Der zweite Rechner oben nimmt diese Umrechnung ab. Die Trocknungsart steht dabei vor allem für die Geschwindigkeit: Langsames Trocknen über 10 bis 14 Tage bei etwa 18 bis 20 °C und 55 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit behält mehr Gewicht — und mehr Aroma — als eine Schnelltrocknung in drei Tagen.

Wann der Rechner nicht mehr gebraucht wird

Eine Schätzung aus der Lampenleistung ist genau das, was man vor dem ersten Durchgang braucht — und das, was man nach dem dritten nicht mehr benutzt. Denn dann gibt es etwas Besseres: die eigenen Zahlen.

Wer notiert, wie viel eine bestimmte Sorte unter der eigenen Lampe, im eigenen Zelt, mit der eigenen Vegetationszeit gebracht hat, braucht keine Faustregel mehr. Der Wert aus dem letzten Durchgang schlägt jede Tabelle im Netz, weil er alle Faktoren enthält, die eine Tabelle nicht kennen kann.

Genau dafür ist das Grow-Tagebuch in CRIS gedacht: Ertrag, Sorte, Blütewochen, Lampenleistung und Kosten landen beim richtigen Durchgang, und die Auswertung zeigt hinterher, welche Sorte bei dir tatsächlich am besten läuft — nicht welche laut Beschreibung am meisten bringen soll.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Ertrag

Wie viel Ertrag bringt eine Cannabispflanze indoor?

Das hängt vor allem an der Lampenleistung und der Fläche, nicht an der Pflanzenzahl. Als Orientierung: 0,4 bis 0,7 Gramm je Watt für Anfänger, 0,7 bis 1,0 für Fortgeschrittene, 1,0 bis 1,3 für erfahrene Grower mit eingespieltem Setup. Eine 240-Watt-Lampe ergibt damit rund 170 bis 240 Gramm Trockengewicht — verteilt auf alle Pflanzen darunter.

Was bedeutet Gramm pro Watt?

Das Trockengewicht der Ernte geteilt durch die tatsächliche Leistungsaufnahme der Lampe. 240 Gramm aus einer 240-Watt-Leuchte sind 1,0 g/W. Die Kennzahl eignet sich gut zum Vergleichen eigener Durchgänge, taugt aber nur begrenzt als Vorhersage — sie blendet Sorte, Fläche, Vegetationszeit und Erfahrung aus.

Wie rechne ich Nassgewicht in Trockengewicht um?

Frische Blüten bestehen zu 75 bis 80 Prozent aus Wasser. Als Faustregel teilt man das Frischgewicht durch 4 bis 5 — bei dichten Blüten eher durch 4, bei lockeren durch 5. Aus 500 Gramm frisch werden also etwa 110 bis 125 Gramm trocken.

Warum wiegt meine Ernte nach dem Trocknen so viel weniger?

Weil der größte Teil des Frischgewichts Wasser ist. Ein Verlust von 75 bis 80 Prozent ist normal und kein Zeichen für einen Fehler. Wer schneller trocknet, verliert sogar etwas mehr; langsames Trocknen über 10 bis 14 Tage behält mehr Gewicht und mehr Aroma.

Bringen mehr Pflanzen automatisch mehr Ertrag?

Nein. Entscheidend ist, wie gut die beleuchtete Fläche ausgefüllt wird, nicht wie viele Töpfe darunter stehen. Vier kleine Pflanzen auf einem halben Quadratmeter bringen ungefähr so viel wie eine große, die dieselbe Fläche füllt. Mehr Pflanzen bedeuten vor allem mehr Arbeit — und in Deutschland gilt ohnehin eine gesetzliche Obergrenze.

Wie steigere ich den Ertrag ohne neue Technik?

Über die Fläche und die Zeit: Das Blätterdach gleichmäßig ausfüllen (Netz, LST, Topping), die Vegetationsphase nicht zu kurz halten und eine ausreichend große Topfgröße wählen — etwa zwei bis drei Liter je 30 Zentimeter Endhöhe. Und Fehler vermeiden: Ein Schimmelbefall in der letzten Woche kostet mehr, als jede Optimierung bringt.

Sind 2 Gramm pro Watt realistisch?

Als Erwartung nicht. Solche Werte stammen aus optimierten Anlagen mit CO₂-Anreicherung, erfahrenen Growern, ertragsstarken Sorten und langer Vegetationsphase. Sie kommen vor, taugen aber nicht als Planungsgrundlage. Wer zum ersten Mal anbaut, plant besser mit 0,4 bis 0,7 g/W und freut sich über mehr.

Rechnet die CRIS-App genauso?

Ja, mit denselben Spannen und derselben Umrechnung. In der App liegen beide Rechner neben dem Grow-Tagebuch — und nach ein paar Durchgängen zeigt die Auswertung, welchen Ertrag deine Sorten bei dir tatsächlich gebracht haben. Das schlägt jede Schätzung.

Nach dem dritten Grow brauchst du keine Schätzung mehr

CRIS merkt sich Ertrag, Sorte, Blütewochen und Kosten je Durchgang — und zeigt dir, welche Sorte bei dir wirklich am besten läuft. Offline, ohne Konto.

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